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Staatsoper Hamburg

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Giacomo Puccini

Turandot

Letzte Aufführung
SA, 5.05.2012 19:30 Uhr


ERSTES BILD

Vor dem Kaiserpalast in Peking ist das Volk versammelt. Der Mandarin verkündet das Todesurteil über den jungen Prinzen von Persien, der um die Hand der Prinzessin Turandot angehalten hatte, doch die ihm gestellte Bedingung, drei von Turandot aufgegebene Rätsel zu lösen, nicht erfüllen konnte. Der junge Prinz muss sterben. Wie er haben viele Bewerber ihre Zuneigung zu Turandot bereits mit dem Leben bezahlen müssen. Das Urteil soll bei Mondesaufgang vollzogen werden. Die Masse ruft nach Pu-Tin-Pao, dem Henker. Unter dem Volk ist auch der greise Tartarenkönig Timur, den die Sklavin Liù zu schützen versucht. Kalaf erkennt in Timur seinen Vater. Die beiden haben einander auf der Flucht verloren und finden sich nun im Feindesland wieder. Der Mond geht auf. Beim Anblick des jungen Prinzen, der zur Richtstätte geführt wird, wandelt sich die Stimmung. Die Menge bittet um Gnade für den Prinzen. Gleich einer Vision erscheint Turandot. Sie lehnt eine Begnadigung ab. Kalaf, eben noch voller Empörung über das grausame Spiel, ist fasziniert von Turandots Erscheinung und beschließt, selbst die Rätselprobe zu versuchen. Weder der Todesschrei des persischen Prinzen noch die Mahnungen der Minister Ping, Pang und Pong noch die Stimmen der hingerichteten Bewerber bringen Kalaf von seinem Beschluss ab. Auch Liù, die Kalaf liebt, vermag ihn nicht zu hindern. Kalaf schlägt den großen Gong zum Zeichen seiner Werbung.

ZWEITES BILD

Die drei Minister Ping, Pang und Pong beklagen die Entwicklung Chinas nach der Geburt Turandots. Mit Entsetzen zählen sie die Opfer, die die Brautwerbungen der letzten Jahre gefordert haben. Sie bekennen ihre Sehnsucht nach einem beschaulichen Leben und den vergangenen Zeiten. Der Lärm des Tages ruft sie in die Wirklichkeit zurück.
Kalafs Rätselprobe steht bevor.

DRITTES BILD

Der Mandarin und die acht Weisen versammeln sich in Gegenwart des Kaisers Altoum. Dieser ist des Mordens überdrüssig und sucht den unbekannten Prinzen von seinem Vorhaben abzubringen. Kalaf aber beharrt darauf, Turandot erobern zu wollen. Erneut verkündet der Mandarin die Bedingungen. Turandot heirate nur jenen Mann, der die drei Rätsel, die sie ihm aufgebe, löse. Bevor Turandot die Rätsel stellt, beschwört sie die Erinnerung an die "Ahnfrau" herauf, die Prinzessin Lo-u-ling, die einst von einem Tartarenkönig geschändet wurde. Dann stellt sie Kalaf die drei Rätsel.

ERSTES RÄTSEL

Durch die Nacht schwebt ein farbig schillerndes Phantom,
Schwebt auf und nieder über der Menschen endlosem Gewühl.
Fassen möchte es ein jeder und durch die Welt mit ihm fliegen.
Das Phantom ist am Morgen verschwunden, doch es wird aufs neue geboren:
Wird jede Nacht geboren, um jeden Tag zu sterben! (Lösung: die Hoffnung)

ZWEITES RÄTSEL

Lodernd gleich einer Flamme, und doch keine Flamme!
Manchmal rasend im Fieber und ungestüm verlangend!
In Ruhe sich verzehrend wie die Sehnsucht!
Wenn Du zugrunde gehst, wird es kalt!
Wenn Du den Sieg erträumst, glüht es auf!
Eine Stimme hat es, der du bebend lauschst,
Und gleich der Sonne ist sein Glanz! (Lösung: das Blut)

DRITTES RÄTSEL

Eis, das dich entzündet und durch dein Feuer noch mehr erstarrt!
Klar ist es und doch dunkel! Wenn es frei dich will, so mehrt es deine Knechtschaft!
Wenn zum Knecht es dich nimmt, so wirst du König! (Lösung: Turandot)

Kalaf löst die Rätsel. Turandot beschwört den Kaiser, sie dennoch nicht Kalaf zu übergeben. Der Kaiser besteht jedoch auf Einhaltung der Bedingungen. Kalaf stellt nun seinerseits der Prinzessin ein Rätsel: sie solle seinen Namen, den er bisher nicht genannt hat, erraten. Wenn ihr dies bis zum Tagesanbruch gelinge, sei er bereit, zu sterben.

VIERTES BILD

Turandot befiehlt, dass niemand schlafen dürfe, bis der Name des Fremden ausgemacht sei. Kalaf ist siegesgewiss. Timur und Liù, die am Vortag mit ihm gesehen worden sind, werden hereingeführt. Um ihren greisen Herrn zu schützen, erklärt Liù, nur sie kenne den Namen des Fremden, aber sie werde ihn nicht preisgeben. Turandot befiehlt, sie zu foltern. Liù zieht einen Dolch und ersticht sich. Turandot ist von Liùs Opfertod erschüttert. Kalaf, zornig auffahrend ob ihrer Grausamkeit, reisst sie an sich und hält sie in seinen Armen. Doch gibt er sich erneut in ihre Hand und nennt ihr seinen Namen. Der Morgen bricht an. Turandot verkündet allem Volk den Namen des Fremden:
"Sein Name ist: Liebe!"

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