Left
  • Monika Rittershaus
Right

Sonntag 12.02.2017, 18.00 - 22.00 Uhr | Großes Haus Premiere

print

Alban Berg

Lulu

Einführung um 17:20 Uhr

Alle, die Lulu lieben, sterben an dieser Liebe. Lulu ist den Männern Befriedigungsinstrument ihrer sexuellen Begierden, sie selbst aber bleibt dabei auf irritierende Art und Weise autonom und unangetastet und scheint dadurch umso attraktiver. Attraktiver, weil ihre libidinösen Regeln in verführerischem Kontrast zum moralischen Mainstream stehen. Alles, was sie betreibt, betreibt sie mit ihrem Körper, und den Männern widerfährt ekstatisches Glück, ekstatische Aggression, ekstatisches Sterben. Lulu versorgt diesen Mechanismus mit Brennstoff. „Wenn sich die Menschen um meinetwillen umgebracht haben, so setzt das meinen Wert nicht herab.“ Auf beiden Schlachtfeldern – Liebe und Geld – drohen Fehlspekulationen. An der Börse werden Aktien gehandelt, sie steigen und fallen ebenso wie der Wert erotischer Anziehungskraft. Der finale Crash reißt Lulu mit hinab.

Inszenierung: Christoph Marthaler
Bühnenbild und Kostüme: Anna Viebrock
Licht: Martin Gebhardt
Dramaturgie: Malte Ubenauf

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

[MEHR]
Handlung

Prolog

Ein Tierbändiger in seiner Menagerie. Er begrüßt das Publikum und preist die von ihm trainierten wilden Tiere an, darunter einen Tiger, einen Bären, einen amüsanten Affen, ein Krokodil und eine Schlange, die er als seinen „größten Schatz“ bezeichnet. Die Schlange jedoch, auf die der Tierbändiger deutet, ist kein Tier. Sie ist ein Mensch. Sie ist das Mädchen Lulu.

1. Akt

1. Szene
Medizinalrat Dr. Goll lässt von seiner Ehefrau Lulu ein Porträt anfertigen. Diese verharrt bewegungslos, der beauftragte Maler arbeitet und schweigt. Dr. Goll selbst ist nicht vor Ort. Anwesend hingegen sind der einflussreiche Journalist Doktor Schön und dessen Sohn Alwa, der als Komponist tätig ist. Doktor Schön, den mit Lulu ein rätselhaftes und langjähriges Vertrauensverhältnis verbindet, kritisiert die Arbeit des Malers, macht sich jedoch bald mit Alwa auf den Weg ins Theater. Erst jetzt wagt der Maler, die von ihm verehrte Lulu anzusprechen. Diese reagiert gleichermaßen zurückweisend wie abwesend. Als der Maler versucht, sich Lulu anzunähern, betritt Medizinalrat Dr. Goll den Raum, missdeutet die Situation und erleidet einen tödlichen Herzanfall.

2. Szene
Lulu und der Maler haben geheiratet. Sie leben in einigem Wohlstand, da Doktor Schön dem Künstler zu wirtschaftlichem Erfolg verholfen hat und Lulu eine halbe Million Mark aus der Erbschaft ihres verstorbenen Ehemanns verwaltet. Überraschend taucht eine Person aus Lulus Vergangenheit auf: Schigolch, ein älterer Herr mit Atembeschwerden. Er ist gekommen, um sich von Lulu Geld zu erbitten. Doch die Begegnung wird durch das Erscheinen Doktor Schöns unterbrochen. Dieser möchte Lulu darüber in Kenntnis setzen, dass er sie, da er bald heiraten werde und Komplikationen fürchte, in Zukunft nicht mehr sehen möchte. Doch je länger Lulu und Schön einander gegenüberstehen, umso deutlicher zeigt sich, dass es anders kommen wird. Als der Maler zurückkehrt und durch Doktor Schön von Lulus vermeintlicher Untreue erfährt, begeht er hinter verschlossener Tür Selbstmord. Mitten hinein in die Fluchtvorbereitungen Schöns und Lulus platzt Alwa mit der eigenartigen Nachricht, in Paris sei eine Revolution ausgebrochen.

3. Szene
Lulu soll in der Hauptrolle eines von Alwa komponierten Stückes auftreten. Auf der Hinterbühne des Theaters erkundigt sich Lulu bei Alwa, ob dessen Vater Doktor Schön die Vorstellung besuchen wird. Alwa ist diesbezüglich skeptisch, wechselt das Thema und erkundigt sich nach dem Mann, den sein Vater als möglichen Heiratskandidaten bei Lulu eingeführt hat. Hierbei handelt es sich um einen Prinzen mit vorgeblich großem Vermögen, der zusammen mit Lulu nach Afrika auswandern möchte. Als Lulu für ihren Auftritt die Hinterbühne verlässt, erscheint der Prinz und schwärmt in Alwas Anwesenheit von seiner zukünftigen Ehefrau. Wenig später stürzt Lulu herein, gefolgt von einigen Theatermitarbeitern und berichtet von einem auf der Bühne erlittenen Schwächeanfall. Tatsächlich jedoch hat sie Doktor Schön und dessen Verlobte im Zuschauersaal entdeckt und aus diesem Grund die Vorstellung unterbrochen. Entsetzt von Lulus Verhalten erscheint nun auch Doktor Schön auf der Hinterbühne und fordert Lulu auf, die Vorstellung fortzusetzen. Die Auseinandersetzung nimmt einen unerwarteten Verlauf, denn plötzlich beginnt Lulu, Doktor Schön unter Druck zu setzen. Darum wissend, dass Schön eigentlich mit ihr verheiratet sein möchte, drängt sie den Journalisten, einen Brief zu schreiben und sich schriftlich von seiner Verlobten zu lösen. Schön lehnt zunächst ab, schreibt aber schließlich vollkommen entkräftet die von Lulu diktierten Zeilen.

2. Akt

1. Szene
Doktor Schön und Lulu haben geheiratet, doch der Journalist ist in schlechter Verfassung. Zu Besuch gekommen ist Gräfin Geschwitz, die Lulu zu dem von ihr organisierten Künstlerinnenball einladen möchte. Als Lulu und die Gräfin aufbrechen, gerät Doktor Schön in heftige Unruhe; von einer Mischung aus Realitätssinn und Verfolgungswahn gepeinigt, wähnt er bei jedem Menschen, der sich seiner Frau nähert, Motive für die Vernichtung seiner Ehe. Kaum ist Doktor Schön zur Börse aufgebrochen, erscheinen in seiner Wohnung Schigolch, der Athlet und ein in Lulu verliebter Gymnasiast, der ein Gedicht für die heimlich Verehrte geschrieben hat. Als Lulu dazu stößt, gerät die Situation in Unordnung. Gänzlich chaotisch wird es, als ein Kammerdiener Doktor Schöns Sohn Alwa ankündigt. In Sekundenschnelle verstecken sich Schigolch, Athlet und Gymnasiast, so dass Alwa sich bei seinem Eintreffen allein mit Lulu wähnt. Zwischen den beiden entspinnt sich ein eigenartig zugewandtes Gespräch, das in dem gegenseitigen Versprechen mündet, die Gefühle, die beide füreinander hegen, in Zukunft nicht mehr anzusprechen. Plötzlich jedoch erscheint Doktor Schön und lässt keinen Zweifel daran, dass Lulu es darauf anlegt, ihre Beziehung zu ihm zu zerstören.
Schön befielt seiner Frau, sich selbst zu töten und überreicht ihr einen Revolver. Doch die Dinge entwickeln sich anders. Als Lulu die Waffe in Händen hält, löst sich ein Schuss, der Doktor Schön eine tödliche Wunde beibringt. Von großer Sorge ergriffen, als Mörderin verurteilt zu werden, bittet Lulu Alwa, sie nicht an die Polizei zu verraten.

2. Szene
Viele Monate später am selben Ort. Die von einer schweren Krankheit gezeichnete Lulu wird durch eine List der Gräfin Geschwitz aus dem Gefängnis befreit und von Schigolch in ihre alte Wohnung gebracht. Anwesend neben Alwa und Geschwitz ist auch der Athlet, der durch seine Beteiligung an der Befreiung Lulus seine sportlichen Fähigkeiten eingebüßt hat. Als Entschädigung dafür soll nun Lulu für ihn arbeiten. Er plant, aus ihr die „pompöseste Luftgymnastikerin der Jetztzeit“ zu machen. Als der Athlet jedoch die entkräftete Lulu sieht, gerät er in Wut und verschwindet, um Lulu an die Polizei zu verraten. Schigolch und Gräfin Geschwitz machen sich auf den Weg, um möglichst rasch die Schlafwagenbillette für die weiteren Stationen von Lulus Flucht zu besorgen. Alwa, nunmehr mit Lulu allein, lässt sich von dieser überreden, gemeinsam nach London zu fliehen. Das Gespräch endet mit einem Geständnis Alwas; es lautet: „Du hast mich um den Verstand gebracht.“

3. Akt

1. Szene
In einem Pariser Salon. Lulu – immer noch von der Polizei gesucht – wird nacheinander von verschiedenen Personen erpresst. Zunächst versucht ein undurchsichtiger Mädchenhändler, Lulu an ein Vergnügungslokal außerhalb Europas zu verkaufen und droht ihr mit Benachrichtigung der Polizei, falls sie sich weigere, seinen Vorschlag anzunehmen. Wenig später nutzt der wieder aufgetauchte Athlet die gleiche Erpressungsmethode, um zwanzigtausend Mark von Lulu zu fordern. Um dieser Zwangslage zu entgehen, schmiedet Lulu ein Komplott, welches in der Ermordung des Athleten münden soll. Unterschiedlich informiert über die Details dieses Vorhabens bindet sie Schigolch und die Gräfin Geschwitz ein, die Lulus Plan schließlich in die Tat umsetzen. Da jedoch der Mädchenhändler in der Zwischenzeit die Polizei verständigt hat, suchen Alwa und Lulu nach einer Möglichkeit, unerkannt zu fliehen.

2. Szene
Irgendwo in London. Lulu, Alwa und Schigolch leben in trostlosen Verhältnissen. Um überhaupt an Geld zu kommen, arbeitet Lulu als Prostituierte. Ihr erster Kunde ist ein schweigsamer Professor, vor dessen vermeintlicher Harmlosigkeit Lulu sich insgeheim fürchtet. Nachdem der Professor verschwunden ist, erscheint Gräfin Geschwitz. Zu Lulus Unglück hat sie ein Bild dabei, das sie aus längst vergangenen Zeiten gerettet hat: Es ist jenes Porträt, das der Maler einst von Lulu angefertigt hat. Entsetzt flüchtet Lulu zurück auf die Straße. Wenig später taucht sie wieder auf. Diesmal in Begleitung eines äußerst aufgeregten Herren mit leichtem Akzent, der sich mit Lulu darüber streitet, wann die vereinbarte Bezahlung zu leisten wäre. Als er handgreiflich wird, betritt Alwa die Szene, um Lulu zu beschützen. Der Kunde wähnt sich in einer „Mörderhöhle“ und tötet Alwa. Während Schigolch sich um Alwas Leiche kümmert, betritt Lulu mit einem weiteren Kunden den Raum. Zwischen ihm und Lulu entspinnt sich ein Gespräch über die angemessene Bezahlung. Auch erkundigt sich der Mann nach der ebenfalls anwesenden Gräfin Geschwitz. Plötzlich und unvorhersehbar tötet der Kunde Lulu und sticht anschließend der Geschwitz ein Messer in den Rücken.

Epilog


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 8,00 EUR bis 179,00 EUR

Unsere Empfehlungen

Dialogues des Carmélites

Freitag 21. Apr. 2017
19.00 Uhr

Mehr
top