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  • Arno Declair
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Mittwoch 31.01.2018, 19.30 - 21.10 Uhr | Großes Haus

Toshio Hosokawa

Stilles Meer

Einführung um 18.50 Uhr

Eine Anhöhe, der Blick weitet sich, das Meer. Claudia steht hier sehr oft, seit vor kurzem ihr Mann Takashi und ihr Sohn Max ums Leben kamen. Laternen auf dem Meer für die Seelen der Toten bedeuten: jeder hat im Tsunami jemanden verloren. Claudias früherer Freund und Vater ihres Sohnes beschwört sie: „Sieh doch die Wirklichkeit“. Doch ihre Wirklichkeit sind die Toten, die das Meer nicht hergegeben hat - die Evakuierung verhinderte die Suche. Ein Ritual soll Claudia die Seele ihres toten Kindes sehen lassen, denn sie kann ihn nicht freigeben. Doch das Bild zerrinnt in ihren Armen. „Lasst uns nach Hause gehen, ein jeder zu sich nach Hause“, sagt sie. Für Toshio Hosokawa spiegelt sich die Natur in hörbaren symbolischen Formen. So hat jeder Ton, jede Stille eine spirituelle Evidenz. Wie hier die Atomkatastrophe von Fukushima ist japanische Geschichte Anlass zu Kompositionen, so auch in „Voiceless voice in Hiroshima“.

Inszenierung: Oriza Hirata
Bühnenbild: Itaru Sugiyama
Kostüme: Aya Masakane
Licht: Daniel Levy
Dramaturgie: Janina Zell

Premiere am: 24.01.2016

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Der Kompositionsauftrag „Stilles Meer“ wurde gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung und die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper.

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Handlung

Meeresküste an der Grenze zum Sperrgebiet rund um „Fukushima 1“, unweit des Kernkraftwerks.

Die Dorfbewohner, unter ihnen auch der Fischer Taro und sein Bekannter Hiroto, versammeln sich zur „O-higan“-Zeremonie: An der Tagundnachtgleiche setzen sie gemeinsam Laternen aufs Meer, gehen zum Friedhof und gedenken der Toten. „Higan“ ist das jenseitige Ufer, wohin man die Seelen der Toten entlässt.
Claudia, eine deutsche Ballettlehrerin, die seit vielen Jahren in Japan lebt, hat bei der Katastrophe von Fukushima ihren Mann Takashi und ihren Sohn Max verloren. Zwar kann sie den Tod ihres Mannes akzeptieren, nicht aber den ihres Sohnes. Am Tag der „O-higan“-Zeremonie trifft sie auf ihren früheren Geliebten Stephan, den Vater von Max. Seit Claudia ihn verließ und mit ihrem gemeinsamen Sohn nach Japan ging, hat Stephan den Kontakt zu Max verloren. Stephan ist nach Japan gereist, um den Tod des Sohnes zu begreifen und Claudia zur Rückkehr nach Deutschland zu überreden. Doch Claudia beharrt darauf, zu bleiben. Sie stimmt eine Strophe aus dem No-Stück Sumidagawa (Am Sumida-Fluss) an.

Haruko, die Schwester von Claudias Mann, spricht mit Stephan über die Situation nach der Katastrophe: die verschollenen Leichen von Takashi und Max und die Pflicht, bei der Suche Schutzanzüge zu tragen, da die radioaktive Verstrahlung am Strand stark ist. Sie erklärt ihm auch, dass es in dem Stück Sumidagawa um die Suche einer Mutter nach ihrem verschollenen Kind geht.

Haruko und Stephan beschwören Claudia, die Wirklichkeit zu akzeptieren, den Tod ihres Sohnes zur Kenntnis zu nehmen und nach Deutschland heimzukehren. Claudia aber erwidert: „Ich kann sie nicht sehen, diese Wirklichkeit! Wir kämpfen mit einer Wirklichkeit, die wir nicht sehen.“ Sie beschreibt die unfassbare Szenerie unmittelbar nach dem Tsunami; berichtet vom Evakuierungsbefehl, der die Suche nach den Vermissten verhinderte, und fordert: „Seht die Wirklichkeit, die ihr nicht seht!“
Um Claudia umzustimmen, schlägt Haruko vor, gemeinsam das Stück Sumidagawa zu spielen. Sie hofft, Claudia werde ihre eigene Situation wiedererkennen und ihren Sohn loslassen: In der letzten Szene des No-Stücks erscheint einer Mutter ihr totes Kind, bevor es für immer verschwindet.
Claudia stimmt in den Gesang ein, ruft Buddha an. Doch anstelle des Geistes von Max erscheint Miyuki, Claudias kleine Ballettschülerin.
Claudia kann sich bis zuletzt nicht mit dem Tod ihres Sohnes abfinden. Sie schlägt vor, nach Hause zu gehen, ein jeder zu sich nach Hause.


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 5,00 EUR bis 87,00 EUR

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