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Sa 09.01.2021, 19.00 - 22.00 Uhr | Großes Haus

Giuseppe Verdi

Aida - Konzertante Aufführung

Im Land der Pharaonen spielt die Oper „Aida“, eine der bekanntesten Opern Giuseppe Verdis. Die schöne Tochter des äthiopischen Königs, Aida, wird nach Ägypten verschleppt. Dort verliert sie ihr Herz an den tapferen Feldherrn Radamès, der jedoch gegen ihr Heimatland in den Krieg zieht. Die Unglückliche muss sich zwischen ihren äthiopischen Wurzeln und ihrer Liebe zu Radamès entscheiden. Als Auftragswerk der Kairoer Oper wurde „Aida“ 1871 in der ägyptischen Hauptstadt uraufgeführt und eroberte von dort aus die Bühnen der Welt. Inspiration für die glutvolle Musik soll Verdi nach eigener Aussage auf einer Ägyptenreise durch die heiße Sonne des Südens erhalten haben. So wird der typisch italienische Belcanto-Charakter durchzogen von Lokalkolorit, von exotischem Tempelgesang über „Aida-Trompeten“ bis hin zu psalmodierenden Unisono-Gesängen. Der dramatischen Kraft der Singstimmen steht das Orchester als effektvoller Stimmungsträger mit selbstständigem Charakter gegenüber.

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

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Um die Oper „Aida“ besser zu verstehen, ist es sehr hilfreich, sich die beiden grundlegenden Konstruktionen zu vergegenwärtigen, die dieses Meisterwerk ausmachen. Es handelt sich um den extremen Kontrast zwischen den ersten beiden Akten und den letzten zwei: In der ersten Hälfte der Oper können Sie viele spektakuläre Szenen erleben, z.B. den mitreißenden Chor der ägyptischen Soldaten, die Tanzmusik der Sklaven, die dem Exotismus der Zeit entspringt, und das große Finale des 2. Akts mit den berühmten großen Tieren …
Hinsichtlich der Persönlichkeiten haben wir es hier mit Protagonisten zu tun, die ihrem Schicksal ins Auge sehen, ohne Möglichkeiten oder Lösungen im Zwischenmenschlichen zu finden. Ihre Kämpfe und emotionalen Konflikte verfolgen Aida, Amneris, Radamès und Amonasro. Die Musik in diesem ersten Teil der Oper ist herzergreifend, und wir wissen kaum, wohin mit unseren Gefühlen; schließlich werden wir von ihnen überwältigt.
Als Oper ist Aida bekannt als Schlachtenspektakel, wie es zum Beispiel in einem ganz besonderen Instrument, der sogenannten „Aida-Trompete“, zum Ausdruck kommt, die im Triumphmarsch zu hören ist.
Verdi überlässt uns jedoch nicht diesem schwindelerregenden Gefühl. Der Anfang des zweiten Teils der Oper zeigt uns eine völlig andere Szenerie als das Ende des ersten, bei dem noch alles zerrissen und militant erscheint. Die Musik des 3. Aktes schwebt gleichsam in der lauen Luft am Nil. Von diesem Augenblick an entwickelt die Oper das psychologische Drama, das die innere Welt des Menschen zum Ausdruck bringt. In diesem zweiten Teil der Oper gibt es keinen Chor, mit Ausnahme des kurzen Auftritts hinter der Bühne am Schluss, und es gibt auch keine großen Solistenensembles. Wir erleben nur die feierlichen Monologe der Solisten und das Duett, in dem es um das zukünftige Leben geht. Das ist alles.
Das Orchester kleidet dieses Schlussduett in einen friedlichen Klang, mit dem Verdi die Seelentiefe der Protagonisten auslotet.
Verdi hat in seinen Werken und in seinem Leben benachteiligten Menschen, oder den sogenannten Minderheiten, seine tiefste Zuneigung entgegengebracht. Dies ist auch in dieser Oper der Fall. Hier hören wir die Rufe der Protagonisten angesichts des gnadenlosen Schicksals, ihre Versuche, die Situation zu überwinden, und schließlich die überirdisch schönen Gesänge, die mit tiefer Resignation um ewigen Frieden bitten …
Das ist die eigentliche Bitte, die Verdi im Hinblick auf die Essenz des Menschlichen ausdrückt – und so seinen unverrückbaren Glauben an ebenjene Essenz des Menschlichen zeigt.

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 7,00 EUR bis 119,00 EUR

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