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Freitag 21.04.2017, 19.00 - 22.15 Uhr | Großes Haus

Francis Poulenc

Dialogues des Carmélites

Einführung um 18:20 Uhr

Frankreich, 1794: Aus Blanche de la Force soll Blanche de l'Agonie du Christ werden. Die Todesangst Jesu im Namen, will die von Furcht befangene Blanche als Ordensschwester Sicherheit vor den Wirren der Revolution bei den Karmelitinnen suchen. Doch auch die Klostermauern bieten keinen Schutz vor den gewaltigen gesellschaftlichen Umwälzungen. Zunehmend geraten die Nonnen ins Visier der revolutionären Kräfte. Blanche flieht aus der Gemeinschaft zurück in ihr Vaterhaus. Doch dann erfährt sie, dass ihren Mitschwestern der Gang zur Guillotine bevorsteht. Blanche überwindet ihre Angst.

Mit seinem 1957 in Mailand uraufgeführten Schlüsselwerk „Dialogues des Carmélites“ wagte der französische Komponist Francis Poulenc den Seitenwechsel. Es ist zunächst ein Schritt hinter die Klostermauern: Der Lärm der Welt ist hier nur gedämpft zu hören, das Geschehen draußen findet seinen Widerhall nur in den „Gesprächen der Karmeliterinnen“. Damit verbunden ist auch ein Wechsel der Blickrichtung: Poulenc führt nicht das große historischen Tableau vor, er schildert die Ereignisse als bewegende Geschichte seiner Hauptfigur Blanche - und stellt ihr und dem Publikum eine existentielle Frage: Was machen wir, wenn die Welt um uns aus den Fugen gerät?

Inszenierung: Nikolaus Lehnhoff
Bühnenbild: Raimund Bauer
Kostüme: Andrea Schmidt-Futterer
Licht: Olaf Freese
Choreografische Beratung: Dagmar Thole
Mitarbeit Bühnenbild: Philipp Nicolai
Mitarbeit Kostüm: Barbara Carbonell
Chor: Florian Csizmadia

Premiere am: 26.01.2003

In französischer Sprache mit deutschen Übertexten

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Es muss eine der gespenstischsten Szenen der Französischen Revolution gewesen sein: Am 17. Juli 1794 wurden 16 Nonnen des Karmeliterordens hingerichtet - unter dem Vorwand, sie hätten eine konterrevolutionäre Verschwörung angezettelt. Auf dem menschenüberfüllten Pariser Place du Trone herrschte Stille. Weder Geschrei, Johlen noch Trommeln waren zu vernehmen. Nur der Gesang des "Laudate Dominum omnes gentes" der nacheinander das Schafott besteigenden Glaubensschwestern wurde mit jedem Aufprall des Schlagbalkens leiser, bis die letzte Stimme erloschen war.

Poulencs Oper "Dialogues des Carmélites" nach der Novelle von Gertrud von le Fort und dem Bühnenstück von Georges Bernanos geht weit über diese Begebenheit hinaus. Das geheimnisvolle Wesen der hinzuerfundenen Figur der Blanche de la Force steht im Zentrum der einzigen abendfüllenden Oper des Komponisten, die 1957 in Mailand uraufgeführt wurde.
Durch seine religiöse Thematik nimmt das Werk um menschliche Angst und göttliche Gnade eine Sonderstellung im Musiktheater des 20. Jahrhunderts ein. Die sechzehn Bilder der Oper sind Reflexionen: Nachdenken über das Leben, Erkenntnis der Wahrheit, menschliche Grenzerfahrung und Vollendung im Glauben.


Information:

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 6,00 EUR bis 97,00 EUR

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