Left
  • Opernwerkstatt
Right

Freitag 06.09.2019, 18.00 - 21.00 Uhr | Probebühne 2

Opern-Werkstatt

Die Nase

Die Opernwerkstatt ist ein Kompaktseminar, bei dem die Teilnehmer alle wichtigen Aspekte einer Opernproduktion kennen lernen. Sie findet jeweils freitagabends von 18.00 bis 21.00 Uhr sowie am folgenden Sonnabend von 11.00 bis 17.00 Uhr mit entsprechenden Pausen statt.

(Fortsetzung am 7. September von 11.00 bis 17.00 Uhr)

Lustig, frech und ganz schön subversiv - Dmitri Schostakowitschs Opernerstling DIE NASE


Mozart war 24 als er seine erste geniale Operntat vollbrachte: Idomeneo - Schostakowitsch, noch jünger mit 22 Jahren, lies es mit einer musiktheatralischen Farce ebenfalls genial krachen: DIE NASE nach einer subversiv komischen Erzählung von Gogol.
Die Premiere und die darauf folgenden Aufführungen machen den jungen Komponisten bekannt.

Schostakowitsch gehört zur Avantgarde in Russland der späten 20er Jahre.
Er hat Kontakt zu progressiven Theatermachern, die ein antillusionistisches, antipsychologisches, eben ein ganz anderes Theater einfordern und auch umsetzten.
Ebenso beeinflusst ist er von der neuen Filmästhetik eines Sergei Eisensteins, denn um materiell zu überleben, muss der junge Schostakowitsch in Kinos am Klavier Filme begleiten.
Musikalisch wirkt, wenn auch letztlich anders klingend, die Begegnung mit Alban Bergs WOZZECK nach.

Trotz des großen Erfolgs wird die Oper von den Spielplänen genommen. Sie wird als "formalistisch" gebranntmarkt. Stalinistischer Kulturterror wirft seine Schatten voraus.
Kurze Zeit später wird Schostakowitsch direkt von Stalin für seine ebenso erfolgreiche Oper "Die Lady Macbeth des Minsker Landkreises" geradezu tödlich kritisiert. Ein Stalintrauma verwandelt seine Leben und sein Komponieren existenziell. Erst 1974 (!) erscheint die freche NASE wieder auf einer russischen Bühne.

Wer DIE NASE inszenieren will, muss witzig, schnell, bissig sein und vor allem ein gutes Timing haben, denn die Musik gibt in jeder Sekunde vor wo es langgeht.
Da kommt der Gast von der Kirchenallee wie gerufen: Intendantin KARIN BEIER weiss wo der Komikhammer hängt, denn ihre Komödienproduktionen am Deutschen Schauspielhaus haben Kultstatus und bilden in einer sonst merkwürdig komödienfeindlichen (Staats-)Theaterlandschaft eine Diaspora.
Und weil der Text und das direkte Verstehen diesmal entscheidend ist, wird, entgegen der Praxis in Originalsprache zu singen, diesmal deutsch gesungen. Die Nähe zum Schauspiel ist eben "unerhört"...

Schon in seiner Zeit in Lyon lies KENT NAGANO keinen Zweifel daran, dass solch groteske Musik seine Sache ist. Sein auf CD festgehaltenes Dirigat von Prokofjews wesensverwandter komischen Oper DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN belegt dies hinlänglich.

Wie immer werden die Besucher der OPERNWERKSTATT die Ersten sein, die komplett über die neue Produktion informiert und mit Musik und Text vertraut gemacht werden. Dazu gibt es auch wieder interessante Videos von anderen sehr gelungenen NASEN-Inszenierungen (Dresden und Covent Garden).
Und alle, die wie die Hauptfigur ihre Nase verloren haben, erhalten ein formschönes Nasenpflaster und tröstenden Zuspruch.

Ort: Probebühne 2, Kleine Theaterstraße 1, 20354 Hamburg
Preis: 48,- EUR

Karten kaufen

print Termin speichern (Kalender)

Unsere Empfehlungen

Die Nase

Samstag 07. Sep. 2019
18.00 Uhr

Mehr

Oper und Film

Donnerstag 12. Sep. 2019
19.00 Uhr

Mehr

Katja Kabanova

Dienstag 24. Sep. 2019
19.30 Uhr

Mehr

IchundIch

Sonntag 03. Nov. 2019
18.00 Uhr

Mehr

Pelléas et Mélisande

Freitag 15. Nov. 2019
19.00 Uhr

Mehr

Lulu

Sonntag 02. Feb. 2020
16.00 Uhr

Mehr

Saint François d'Assise

Samstag 16. Mai. 2020
17.00 Uhr

Mehr
top
powered by webEdition CMS