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  • Klaus Lefebvre
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Donnerstag 28.12.2017, 19.30 - 22.20 Uhr | Großes Haus

Jacques Offenbach

La Belle Hélène

102 Partituren umfasst das Bühnenwerk Jacques Offenbachs – seine Opéra bouffe „La Belle Hélène“ zählt zu seinen größten Erfolgen. Unglücklich in ihrer Ehe mit dem ältlichen König Ménélas sehnt sich Hélène, die schönste Frau der Welt, nach Leidenschaft. Bei einem Wettkampf weckt der als Schäfer verkleidete Pâris ihre Aufmerksamkeit. Er sucht sie in der Nacht auf und sie geben sich ihrer Leidenschaft hin. Ménélas überrascht die beiden Ehebrecher, doch Pâris und Hélène gelingt die Flucht … Offenbachs Operette löste bei der Uraufführung 1864 in Paris einen gehörigen Skandal aus, weil die Darstellerin der Hélène in frivolem Kostüm auftrat. Unter dem Deckmantel der Parodie konnte Offenbach zahlreiche erotische Anspielungen und freizügige Darstellungen in seine Operetten einbauen, die ansonsten von der Zensur nicht erlaubt worden wären. „La Belle Hélène“ nimmt als Satire auf das Spießbürgertum die gesellschaftliche Borniertheit aufs Korn.
Das Regieduo André Barbe und Renaud Doucet verlegten die Handlung in ihrer Inszenierung auf ein Kreuzfahrtschiff der 60er-Jahre: Ihre phantasievolle, spritzige Inszenierung ist ein Garant für gute Laune!

Inszenierung und Choreografie: Renaud Doucet
Bühnenbild und Kostüme: André Barbe
Licht: Guy Simard

Premiere am: 20.09.2014

Eine Pause von ca. 20 Minuten nach dem ersten Akt und eine Pause von ca. 25 Minuten nach dem zweiten Akt

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

[MEHR]
Durch ein kleines Malheur beim Landgang kehrt die Passagierin eines Kreuzfahrtschiffes nicht als die Person zurück, als die sie von Bord gegangen ist...

1. Akt

Am Altar des Jupiter Stator beteiligt sich das Volk respektlos an den Opfergaben. Der Großaugur Calchas fürchtet die schwindende Autorität der Götter. Hélène erscheint in Begleitung ihrer Klageweiber: Sie betrauern den Tod des schönen Jünglings Adonis - wieder einer weniger, der ihnen jene Liebe schenken könnte, nach der sie sich so sehnen. Die Frustration ist kein Wunder, denn Hélène ist mit König Ménélas verheiratet, der sich nur wenig für sie interessiert.
Hélène fragt Calchas nach dieser Geschichte auf dem Berg Ida: Hat Vénus dort nicht dem jungen Schäfer Pâris die schönste Frau der Welt versprochen? Und ist sie nicht selbst diese schönste Frau der Welt? Oh Fatalität!
Oreste, Sohn des Griechenkönigs Agamemnon und Neffe Hélènes, kommt in Begleitung der Damen Parthœnis und Léœna. Mit ihnen hat er gestern wieder Papas Geld durchgebracht. Eine so leichtlebige Attitüde sieht Calchas gar nicht gerne - behauptet er jedenfalls.
Der nächste Besucher ist ein junger Schäfer. Hat Calchas nicht seinen Brief bekommen? Die Brieftaube kommt aufs Wort und bringt einen postalischen Befehl von Vénus: Calchas soll diesen jungen Schäfer der schönen Hélène vorstellen. Denn er ist niemand anderes als Pâris, der Sohn des Königs Priamos. Er erzählt noch einmal, wie er in seinem Urteil auf dem Berg Ida nicht den Göttinnen Minerve und Junon, sondern Vénus den Preis und den Apfel zuerkannte.
Hélène und Pâris treffen aufeinander und das Begehren schlägt ein wie der Blitz. Zunächst aber ruft Agamemnon eine Geistesolympiade aus. Die griechischen Helden stellen sich vor: die beiden Ajax, Achille, Agamemnon und Ménélas. Einer der Helden wird ja wohl das Kalauer-Rätsel lösen können. Doch der Gewinner ist der Schäfer, der sich schließlich als Pâris vorstellt und als „Mann mit dem Apfel“ bestaunt wird. Hélène lädt ihn zum Essen ein - nun muss nur noch Ménélas beseitigt werden. Calchas arrangiert die Verschickung des störenden Ehemanns. Er verkündet das Orakel des Jupiter: Ménélas soll für einen Monat nach Kreta fahren. Und Ménélas tut auf allgemeines Drängen, wie ihm befohlen wird.

2. Akt

Hélène legt hochgeschlossene Kleidung an, um ihre Reize zu verbergen, während ihr Ehemann fort ist. Doch wie’s dahinter aussieht, geht nur einen etwas an - nämlich Pâris. Vénus selbst hat ja sowieso offenbar ihren Fall beschlossen, und ist nicht auch schon ihre Mutter Leda Opfer einer göttlichen List geworden?
Der List will sich nun auch Pâris bedienen, um bei der sich zierenden Hélène zum Ziel zu kommen. Der intime und vielversprechende Dialog der beiden wird unterbrochen durch die königliche Gesellschaft. In Feierlaune spielt man das Gänse-Brettspiel. Calchas wird beim Schummeln erwischt und fast gelyncht.
Um wieder in Gnaden bei Hélène aufgenommen zu werden, soll Calchas ihr einen Traum beschaffen: einen süßen Liebestraum mit Pâris. Fatalität!
Und wirklich, Pâris erscheint und gemeinsam gibt man sich dem Liebestraum hin. Bis Ménélas hineinplatzt und als gehörnter Gatte nach Rache ruft. Hélène versucht ihm klarzumachen, dass er selbst schuld ist: Was kommt er auch ohne Voranmeldung von seiner Reise zurück? Die griechische Verwandtschaft steht Ménélas bei und jagt Pâris fort. Der schwört, zurückzukommen und Hélène mit sich zu nehmen.

3. Akt

Mit Oreste an der Spitze feiert man das Feuer der Liebe, das Vénus nun in allen Seelen entzündet hat. Hélène verteidigt sich noch einmal vor Ménélas: Es war doch schließlich alles nur ein Traum!
Agamemnon und Calchas fordern Ménélas auf, dieser unmoralischen Geißel der Vénus den Krieg anzusagen und sich für das griechische Vaterland zu opfern. Doch Ménélas denkt gar nicht daran. Er hatte eine bessere Idee und schickte einen Boten zur Vénus-Insel Kythera. Ein Großaugur der Vénus soll den Fluch von Griechenland nehmen.
Schon kommt dieser Großaugur der Vénus: Er predigt den Kultus der Ausgelassenheit und Lebensfreude. Vénus soll durch ein Opfer besänftigt werden. Das Opfer von hundert weißen Kühen soll Hélène persönlich darbringen, natürlich in Begleitung des Großauguren. Ménélas ist einverstanden - wenn es weiter nichts ist! Und so hat die Fatalität wieder eingegriffen: Hélène entflieht zusammen mit dem Großauguren der Vénus, der sich als Pâris zu erkennen gibt. Auf nach Kythera!

Ort: Großes Haus, Dammtorstraße 28, 20354 Hamburg
Preise: 6,00 EUR bis 109,00 EUR

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