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Entdeckt: Buntes Osterprogramm

Die Staatsoper Hamburg zeigt vom 2. bis 5. April 2021 ausgewählte Produktionen aus dem Repertoire. Als kostenlose Videos-on-Demand gibt es Achim Freyers „bildmächtigen Geniestreich" Parsifal, Herbert Fritschs bunt-schrille Version von Mozarts Oper Così fan tutte, Calixto Bieitos Falstaff mit Ambrogio Maestri – dem Falstaff und Verdi-Interpreten par excellece – sowie das Sonderkonzert #rossinigala mit Alessandro De Marchi am Pult. Zusätzlich zeigt ARTE das „beeindruckende Bildmusiktheater" La Passione am 3. April 2021 im Fernsehen und danach in der Mediathek. Und on top gibt es kleine Einblicke in Lucia di Lammermoor, der aktuellsten Neuproduktion der Staatsoper Hamburg.

Richard Wagner Parsifal

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Mit seinem „Parsifal“ hat Wagner eine komplexe Welt erschaffen. Komplex, weil sie aus so vielen heterogenen Elementen besteht, deren Sinnhaftigkeit schwer nachzuvollziehen ist und oft auf Fährten lockt, die ins Leere laufen. So lassen sich die vielen religiösen Zeichen, Symbole und kultischen Handlungen nur als Teile verstehen, die auf eine Welt verweisen, die nur als Ganzes zu deuten ist. Elemente des Christentums wie Abendmahl, Kelch, Blut, Speer und Taube oder Schopenhauers Idee, dass Mitleid den Menschen aus seiner Ichbezogenheit erlösen kann, auch gnostische und manichäische Motive sind als jeweils einzelne Interpretationsansätze untauglich für den ganzen „Parsifal“. Doch eine theatrale Welt kann einen fiktionalen Kosmos entwerfen, an dem alle diese Elemente wirkungsvoll teilhaben und der dem Publikum die Deutungshoheit seiner eigenen Erlebnisse überlässt.

Aufzeichnung vom 16. September 2017 aus der Staatsoper Hamburg

Inszenierung, Bühne, Kostüme und Licht: Achim Freyer
Mitarbeit Regie: Sebastian Bauer
Mitarbeit Bühnenbild: Moritz Nitsche
Mitarbeit Kostüm: Petra Weikert
Lichtdesign: Sebastian Alphons
Video: Jakob Klaffs/Hugo Reis
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr
Chor: Eberhard Friedrich


Giuseppe Verdi Falstaff

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Sir John Falstaff ist ein Anarchist, der sich nur der Herrschaft des eigenen Genusses beugt, ein Egoist, der nur seiner absolutistischen Macht- und Körperfülle frönt und die spießigen Moralvorstellungen seiner Mitmenschen wie die Stadtmauern einer Festung schleifen möchte, indem er gleich zwei Frauen parallel zu verführen gedenkt. Natürlich geht das schief, aber diejenigen, die ihn entlarven möchten, lassen bei dem Verwirrspiel, das sie um ihn herum inszenieren – und das gerade noch der Zuschauer durchschaut –, auch gehörig Federn. „Tutto nel mondo è burla“, doch diese Possen sind nur lustig, weil der Sturz in den Abgrund ein durchaus ernstes Risiko darstellt. Der „Otello“-Librettist Arrigo Boito hat mit Raffinement aus der Shakespeare'schen Vorlage ein sprachlich ingeniöses Libretto herausdestilliert, das Verdi in hochkomplexe kompositorische Höhen treibt.

Aufzeichnung der Premiere vom 19. Januar 2020

Inszenierung: Calixto Bieito
Bühnenbild: Susanne Gschwender
Kostüme: Anja Rabes
Dramaturgie: Bettina Auer
Licht: Michael Bauer

Dieser Stream wird möglich gemacht durch EuroArts Music


Wolfgang Amadeus Mozart Così fan tutte

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Zwei Männer wollen die Treue ihrer Frauen prüfen und gehen eine Wette ein, dass sie standhaft bleiben. Die Frauen müssen sich heftigen Attacken der Männer erwehren, die die Festung ihrer Treue am Ende doch noch zu Fall bringen. Aber die Männer, als beteiligte Elemente des Experiments, haben nicht damit gerechnet, dass auch sie ihren Frauen und ihren Gefühlen untreu werden könnten. Das Betrügen, Verwirren, Belügen - der anderen und sich selbst - ist grotesk komisch und grausam zugleich. Die einen machen sich eher weniger Gedanken über die neue Lage (Guglielmo und Dorabella), die anderen ringen bis zur Erschöpfung darum (Fiordiligi und Ferrando). Die Schlusszeremonie soll den gesellschaftlichen status quo zementieren und zwingt die neue Freiheit in die Knie. Doch die Heirat ist nur Schein, und unter der Oberfläche der Tradition rumort es.

Aufzeichnung der Premiere vom 8. September 2018 aus der Staatsoper Hamburg

Inszenierung und Bühnenbild: Herbert Fritsch
Kostüme:
Victoria Behr
Licht:
Carsten Sander
Dramaturgie:
Johannes Blum
Chor: Eberhard Friedrich
Continuo: Rupert Burleigh

Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Fiordiligi:
Maria Bengtsson
Dorabella: Ida Aldrian
Guglielmo: Kartal Karagedik
Ferrando: Dovlet Nurgeldiyev
Despina: Sylvia Schwartz
Don Alfonso: Pietro Spagnoli
Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor: Chor der Hamburgischen Staatsoper


Johann Sebastian Bach La Passione

La Passione wird auf ARTE Concert ausgestrahlt ab Samstag, 3. April um 00:10


Rossini-Sonderkonzert #rossinigala

Mehr Informationen zur #rossinigala

Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Mezzo-Sopran: Kristina Stanek
Tenor: Oleksiy Palchykov
Bariton: Kartal Karagedik
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Rossini wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum marktbeherrschenden Komponisten in Europa. Er zeichnete sich durch einen untrüglichen Geschäfts- und Melodieninstinkt aus, wusste ganz genau, für welches Markensegment er wie komponieren musste, machte Ausflüge auch in das urfranzösische Genre der Grand Opera und ließ sich angemessen honorieren. Grund genug, ihn mit einer Gala zu ehren, in denen viele Hits präsentiert werden und pure Musik- und Gesangsbegeisterung den Funken (nicht das Virus!) überspringen lassen.


Und als kleines Extra-Ei
Gaetano Donizetti Lucia di Lammermoor – Trailer

Mehr zu Lucia di Lammermoor

Lucia liebt Edgard, den letzten Hinterbliebenen des verfeindeten Familiengeschlechts Ravenswood. Ihnen droht Gefahr. Lucias Träume künden davon: Sie sieht eine tote Frau und die Quelle, in die man ihre Leiche warf, färbt sich rot wie Blut. Doch Lucia will ihrer Liebe nicht entsagen, auch nicht als Edgard das Land verlassen muss, man ihr seine Untreue vortäuscht und sie zu einer politischen Ehe mit Lord Arthur drängt. Und doch setzt sie ihre Unterschrift unter den Ehevertrag – und plötzlich ist Edgard wieder da und soll seiner Liebe entsagen. Ein Ring fällt zu Boden, der Albtraum beginnt – nachts unter Blitzen und Donner, in Wahn und Blut, eine Leiche, noch eine und eine letzte. Welche Zeit will diese Wunden heilen?

Inszenierung: Amélie Niermeyer
Bühnenbild: Christian Schmidt
Kostüme: Kirsten Dephoff
Video: Jan Speckenbach
Choreografie: Dustin Klein
Dramaturgie: Rainer Karlitschek
Licht: Bernd Pukrabek
Chor: Christian Günther

Lord Enrico Ashton: Christoph Pohl
Lucia: Venera Gimadieva
Sir Edgardo di Ravenswood: Francesco Demuro
Lord Arturo Bucklaw: Beomjin Kim
Raimondo Bidebent: Alexander Roslavets
Alisa: Katja Pieweck
Normanno: Daniel Kluge
Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor: Chor der Hamburgischen Staatsoper

Unterstützt durch die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper und die J.J. Ganzer Stiftung

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